Ich erinnere mich noch genau, wie alles begann. Für die Vögel in unserem Garten stellten wir Futter und Wasser bereit. Eines Tages saß ich auf der Terrasse und beobachtete sie. Es hatte etwas unglaublich Beruhigendes. Also holte ich meine Kamera. Anfangs fotografierte ich sie einfach aus Freude. Doch schon bald bemerkte ich, dass sie etwas Ähnliches in mir auslösten wie die Wellen. Ich war draußen. Ich beobachtete. Ich wartete. Und hoffte auf diesen einen perfekten Moment. Irgendwann wurde mir klar, dass die Vogelfotografie mehr sein könnte als nur eine Beschäftigung außerhalb der Wellensaison. Also begann ich, Fuerteventura mit anderen Augen zu sehen. Selbst Falken gelangen mir vor die Kamera. Tatsächlich gab es auf der Insel viel mehr Vogelarten, als ich je vermutet hätte. Dann kam die Entscheidung, Fuerteventura zu verlassen. Mit ihr wuchs auch der Wunsch, mich intensiver der Vogelfotografie zu widmen. Und dann landeten wir in Vera, in Andalusien. Ich hatte vorher noch nie von diesem Ort gehört. Doch als wir ankamen, traute ich meinen Augen kaum. Mitten in einer Lagune standen Flamingos. Ich wusste bis dahin nicht einmal, dass es in Spanien überhaupt freilebende Flamingos gibt. Sechs Wochen lang durfte ich sie fotografieren. Dann zogen sie weiter. Es gab zwar noch einen zweiten Ort, an dem sie sich aufhielten, doch dort war ich ihnen nie nah genug. Vielleicht ist genau das das Schöne daran. Man kann die Natur nicht planen. Man kann sie nicht festhalten. Alles, was man tun kann, ist da zu sein, wenn sie sich zeigt. Und immer wieder habe ich das Gefühl: Wenn wir bereit sind, unserem Herzen zu folgen, findet das Leben oft Wege, die wir selbst nie hätten planen können.












